KRAV MAGA
 
Die Bezeichnung "KRAV MAGA" kommt aus dem Hebräischen und bedeutet Nahkampf. KRAV MAGA ist ein hoch modernes und äußerst effizientes Selbstverteidigungssystem. Es ist entwickelt worden, um Menschen möglichst schnell in die Lage zu versetzen, Aggressionen jeder Art zu bewältigen. Auch deshalb ist KRAV MAGA das offizielle Selbstverteidigungs- und Nahkampfsystem der israelischen Polizei- und Militäreinheiten (IDF, Israel Defense Forces). KRAV MAGA verzichtet auf artistische Elemente und schöne Techniken. Die Basis des Systems bilden natürliche, bei jedem Menschen bereits vorhandene Reflexe. Diese müssen nicht erst langwierig erlernt werden, und sind auch unter extremem psychischem Druck schnell abrufbar. Deshalb haben mit diesem Konzept auch körperlich schwächere Frauen und Männer eine realistische Chance, eine Bedrohung unbeschadet zu überstehen. Krav Maga ist weder Kampfsport noch Kampfkunst, sondern zweckorientierte Selbstverteidigung ohne Wettkämpfe, Regeln oder "Formen" (stilisierte Kämpfe gegen imaginäre Gegner). Krav Maga lehrt mit Angriffen aus allen nur denkbaren Richtungen - auch durch mehrere Angreifer - umzugehen. Es umfasst sowohl die Abwehr unbewaffneter Attacken (z.B. Faustschläge, Tritte, Würgegriffe, Umklammerungen oder Haltetechniken) als auch bewaffneter Angriffe (z.B. Messer, Schusswaffen, Schlagstöcke, etc.). Die Verteidigung wird unter allen möglichen Umständen und in den verschiedensten Situationen (z.B. bei Dunkelheit oder Regen, im Sitzen oder Liegen) geübt, um möglichst realitätsnah zu sein. Darüber hinaus werden auch Themen wie terroristische Bedrohungen und Geiselnahmen im Krav Maga behandelt. Darüber hinaus wurde es an die speziellen Bedürfnisse von Zivilisten angepaßt und ist seitdem nicht mehr nur im Sicherheitsbereich äußerst beliebt. Heute wird Krav Maga weltweit von diversen Polizeieinheiten, militärischen Spezialeinheiten, Sicherheitsdiensten und Personenschützern eingesetzt.


KAPAP
 
KAPAP (hebr. קפא"פ) (Abkürzung für Krav Panim el Panim, hebr. קרב פנים אל פנים, dt. Kampf von Angesicht zu Angesicht) ist die israelische Form der militärischen Nahkampfausbildung.
 
Geschichte 
KAPAP geht auf die 1941 mit britischer Hilfe aufgestellte, erste offizielle (vor-)israelische Spezialeinheit Palmach (Plugot Machatz) zurück. Das Training der Palmach beschränkte sich nicht nur auf das Kampftraining mit und ohne Waffen, z. B. Messer und Sturmgewehr, sowie die auf der Grundlage des von den beiden britischen Nahkampfausbildern W. E. Fairbairn und E. A. Sykes entwickelten Techniken des Selbstverteidigungssystems „Defendu“, welches der Ursprung aller israelischen Kampfkünste ist, sondern bezog auch Erste Hilfe, Überlebenstraining, Funker- und Sprengstoffausbildung und fremde Sprachen ein. Das waffenlose Kampftraining war dabei eine Mischung aus Boxen, Savate, Ringen und klassischem europäischem Messerkampf. Vom allumfassenden KAPAP ausgehend, bildeten sich weitere moderne Kampf- und Selbstverteidigungssysteme aus. Hier ist vor allem Krav Maga zu nennen. Im Laufe der Zeit etablierte sich dann der bei den israelischen Spezialeinheiten geläufigere Begriff Lotar („Lorhama Be Terror“, übersetzt „Kampf gegen den Terror“) in den Israeli Defense Forces (IDF). Lotar bezeichnet dabei vor allem eine spezielle Art des Trainings, welches die Akzente auf Dynamik und Realitätsbezogenheit legt.
 
System 
Ausdauer,- Stress- und Aggressionsdrills bilden den Grundstein dieses modernen Systems. Integriert sind zudem Kurz- und  Langwaffentraining, Infiltrations- und Exekutionstechniken, Ausbildung instinktbezogener Wahrnehmungs- und Reaktionsschemata sowie urbanes und rurales Training. KAPAP versteht sich nicht als abgeschlossenes Nahkampfsystem, sondern vielmehr als Konzept mit unterschiedlichsten Trainingsformen für die unterschiedlichsten Angriffssituationen. KAPAP ist mit jeder Kampfsportart oder Kampfkunst kombinierbar und ergänzt diese lediglich im Bereich des konzeptionellen Trainings zum Umgang mit Echtangriffen. Das Verstehen von Echtangriffen, Reaktionsschemata, Täter- und Opferpsychologie, Aggressionsdrills etc. sind elementare Bestandteile im Training. KAPAP bietet wegen seines Ursprungs in Polizei und Militäreinheiten ein effektives Nahkampfkonzept, kombiniert mit taktischer Ausbildung. In den letzten Jahren wurde eine zivile Variante des KAPAP entwickelt, die für JEDERMANN, unabhängig von Alter und Geschlecht, zugänglich ist.


KICKBOXEN
 
Kickboxen (auch Kickboxing) ist eine Kampfsportart, bei der das Schlagen mit Füßen und Händen wie bei den Kampfsportarten (Karate oder Taekwondo) mit konventionellem Boxen verbunden wird. Ellbogen- und Kniestöße sind verboten.  Das Halten des Gegners, sowie das zu Fall bringen und in „den Clinch“ gehen bezieht sich wieder auf das Muay Thai (Thaiboxen). Tiefschläge sind immer tabu, jedoch sind in manchen Verbänden Tritte auf die Oberschenkel (Lowkicks) erlaubt. Allen Verbänden gemeinsam ist das Verbot des Schlagens auf den Rücken und auf Gegner, die am Boden liegen, sowie das Werfen des Konkurrenten. Kickboxen als Wettkampfdisziplin geht auf das Jahr 1974 zurück, es hieß damals „All Style Karate“, „Sport-Karate“ oder „Contact-Karate“. In diesem Jahr einigten sich die Gründer des Weltverbandes WAKO (World All Style Karate Organisation), Mike Anderson, Georg F. Brückner und andere darauf, die traditionellen fernöstlichen Kampfmethoden wie Taekwondo, Karate, Kung Fu usw., zu einem sportlichen Wettkampf mit einheitlichen Regeln zu machen und gegen andere Kampfsysteme anzutreten. Obwohl Kickboxen ein moderner, abendländischer Kampfsport ist, weisen Training und Wettkampf viele Ähnlichkeiten mit dem traditionellen Boxen, Savate und Muay Thai auf. Die Vollkontaktvariante des Kickboxens wird im Gegensatz zu den anderen Kampfstilen in einem Boxring ausgetragen. Dabei kann der Kampf nicht nur über Punkte gewonnen werden, sondern auch durch K. O. Dies kann sowohl durch einen Niederschlag des Gegners (K. O.) erfolgen, wie auch durch die Kampfunfähigkeit des Gegners (technischer K. O.). Bei vielen Vollkontaktkämpfen sind Tritte gegen die Oberschenkel erlaubt (Fullcontact mit Lowkicks). Vielfach wird von dieser Disziplin auch als sogenannter „Königsdisziplin“ im Kickboxen gesprochen.


K-1
 
K-1 ist eine erweiterte Art des Vollkontakt - Kickboxens. Allerdings darf hierbei auch auf die Beine des Gegners - vorzugsweise mit dem Schienbein - gekickt werden. Darüber hinaus ist auch der Einsatz von Knien zu Körper und Kopf erlaubt. Wie man sich vorstellen kann, bringt diese Disziplin durch die sogenannten Lowkicks und Kniestöße ein mehr Vielfalt und Anspruch mit. Man muss zwar nicht ein alter Hase im Kickboxen sein, um hier mitmachen zu dürfen. Jedoch sollte man bereits ein paar Stunden im Kickboxen absolviert haben, um im K-1 besser zurechtzukommen. Außerdem ist eine vollständige Schutzausrüstung (Schienbein- und Fußschoner) absolute Pflicht.